249, Teil VI: Milieufremd

249, Teil VI: Milieufremd

Cumbria/ England, April 2023 und München, Mai 2023.

 

Crow, steht da – nein: I crow. Ein mäßig schönes (eigentlich eher potthäßliches) Dorfdenkmal aus Stein und geschwärztem Gußeisen, bekrönt von einem reichlich abstrakten Scherenschnitthahn. Rundherum verläuft ein Schriftzug, den ich im Umkreisen der Stele zu entziffern versuche. Und dann habe ich es: While I live I crow.

Das wäre fast – aber auch nur fast – würdig, als Tattoo gestochen zu werden! Humorvoll, kurz, kämpferisch, stolz. Ich finde mich wieder darin, fühle mich gespiegelt – sofort wird die winzige Einöde mir sympathisch, mich an die Asterix´schen Gallier erinnernd, die trotzende Enklave, gewieft und eigenwillig.

Ein Rhododendron benötigt saure Erde, um zu gedeihen, sich zu entwickeln, üppig zu blühen, gesund zu bleiben. Ein Rhododendron in Humus oder gar Kalk kümmert, darbt, kränkelt und verabschiedet sich. Anfangs mag er noch etwas hermachen, aber mit den Jahren wird man ihm sein Elend ansehen, ein jämmerlicher, störender Anblick, bis er schließlich den Gefallen tut, so muß man sagen, abzusterben.

Neuerdings werden angeblich kalktolerante Rhododendren feilgeboten auf dem Markt. Ich habe sieben Stück für den Garten besorgt…

 

While I live I crow.

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